Akt V: die Einrichtung


Um Staunässe zu vermeiden und der Versumpfung des Bodengrunds vorzubeugen, kam zu unterst eine Schicht von etwa 3cm Blähton ins Terrarium.

Ein wasserdurchlässiges aber festes Vlies (Teichbauzubehör aus dem Baumarkt) verhindert das Vermischen des eigentlichen Bodens mit der Drainageschicht sowie das Eindringen von Wurzeln.

Zur Überwachung und Regulierung wurde ein Wasserstandsröhrchen aus der Hydrokultur und ein "Revisionsrohr" durch Vlies und Drainage bis zum Terrarienboden versenkt. Das Revisionsrohr besteht aus einem abgesägten Vitamintablettenroöhrchen, dessen Wand im Bereich der Blähtonschicht perforiert wurde.

Wozu das gut sein soll? Kleiner Exkurs ...

Die beschriebene Konstruktion hatte ihren Zweck leider bereits während der Einlaufphase des Terrariums unter Beweis stellen dürfen: ursprünglich wurde die Beregnungsanlage über einen Timer der Marke "Glückliches Reptil" (im Bild mit der Erde links oben zu erkennen) gesteuert. Leider schaltete sich dieser eines nachts einfach ein und "vergaß" das Ausschalten! Sieben Liter Wasser machten sich so im Bodengrund breit! Über den Revisionsschacht konnte ich morgens dann mit einer Handpumpe das Wasser aus der Drainage abpumpen.

Inzwischen hat sich ein weiterer günstiger Baumarkttimer eingereiht und regelt die Beregnung zuverlässig.

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Der eigentliche Bodengrund besteht aus einer Mischung aus Walderde und simpler Billig-Baumarkt-Blumenerde.
Beim Einfüllen des Bodengrunds offenbarte sich eine weitere Schwäche der Korpuskonstruktion: der untere Türsteg bzw. die Position der unteren Lufteinlässe war so niedrig, dass mit etwa drei Zentimeter Erde deren Unterkante erreicht wurde. Etwas wenig für die Bepflanzung.

Mit Hilfe entsprechend zurechtgesägter Korkstücke wurde zur Rückwand hin eine Terassenstruktur hochgezogen, so dass in diesen Bereichen Erdschichen zwischen sechs und zwölf Zentimetern dem Wurzelwerk etwas größerer Pflanzen ausreichend Platz boten.
Die Initialbepflanzung bestand aus zwei ficus pumila, davon einer für einen "Balkon" in der Rückwand, zwei mal Schwertfarn (nephrolepis exaltata), einer davon für den anderen "Balkon", einer kleinen dracaena sowie diversen kleinen mir namentlich nicht bekannten 1€-Pflanzen, alles aus dem Baumarkt. Die Moosfetzen auf Vorsprüngen der Rückwand und auf dem flachen Teil des Bodens wurden nur vorübergehend dort platziert ...
Zur Begrünung ein Anfang, zum Klettern für die Bewohner natürlich nicht ausreichend. Käuflich erworbene Äste der Korkeiche sowie von Daddy auf Anforderung eigenhändig im Garten "geerntete" vom Apfelbaum standen reichlich zur Verfügung. Nach langwierigem Auswahlprozess wurden die Gewinner mit der Säge auf die richtigen Maße gebracht.

Die Teile, die mit dem feuchten Bodengrund in Kontakt kommen, wurden mit Raspel und Feile von der Rinde befreit und dick mit Acryllack eingepinselt, um Schimmel vorzubeugen.

An der Rück- bzw. Seitenwand wurden die Äste nur mit Silikon (erste Versuche mit Heißkleber schlugen fehl, da selbiger auf Epoxidharz offenbar nicht dauerhaft hält) fixiert.

Bei den geplanten Bewohnern, Anolis sagrei, hielt ich ein Verschrauben für unnötig.
Auch wenn als Klettergerüst möglicht skurile knorrige Äste ausgewählt wurden, fehlte der Einrichtung doch noch einiges zum "Jungle-Look". Der Innenraum war noch immer viel zu licht und durch die nackten Äste wirkte er irgendwie kahler als zuvor.

Um den Rückraum des Terrariums blickdichter zu gestalten, wurde dort kurzerhand noch ein Scindapsus aureus verpflanzt. Die kahlen Äste wurden durch aufgebundene Epiphyten verdschungelt.

Während die Tillandsien direkt am Ast festgebunden oder einfach nur in Astgablen verklemmt wurden, musste das Schwertfarn, da es getopft kultiviert wurde, einer Sonderbehandlung unterzogen werden. Zunächst einmal wurde ein Teil der Erde entfernt, nicht wie vielfach zu lesen alles. Der Wurzelballen wurde dann großzügig mit Moos umwickelt, auf ein passendes Stück Kork aufgelegt, und mit Nylonschnur befestigt. Die Schnur durfte dabei nicht zu stark zugezogen werden, um die Wurzeln nicht abzuschneiden.

Das gleiche Prozedere musste noch ein im Internet bestelltes Farn über sich ergehen lassen. Die beim selben Händler bestellten Rankpflanzen wurden bereits aufgebunden geliefert.

Befestigt wurden all diese Pflanzen bzw. der Trägerkork mit Heißkleber, Silikon oder ebenfalls mit der Nylonschnur an strategisch wichtigen Punkten (dort wo beispielsweise das Silikon zum Fixieren der Äste sichtbar war) oder einfach nur an Plätzen wo sie meines Erachtens am Besten zur Geltung kamen.